EmergencyV2X

Emergency-V2X: Intelligente Vernetzung für schnellere und sicherere Rettungseinsätze
Im städtischen Verkehr zählt bei Notfällen jede Sekunde. Staus, rote Ampeln und unübersichtliche Kreuzungen verzögern jedoch häufig Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdiensten. Das Forschungsprojekt Emergency-V2X entwickelt technologische Lösungen, um Einsatzfahrten in Städten durch direkte digitale Vernetzung (V2X – Vehicle-to-Everything) schneller, effizienter und sicherer zu machen. Ziel ist ein praxistauglicher Demonstrator, der zeigt, wie moderne Kommunikationstechnologie im Rettungswesen Leben retten kann.
Die Kernkomponenten des Projekts
Vernetzte Fahrzeuge (OBUs): Einsatzfahrzeuge werden mit speziellen Kommunikationseinheiten ausgestattet. Diese Module werden modular und unkompliziert direkt in die Dachbalken der Fahrzeuge integriert. Sie ermöglichen den sicheren Datenaustausch mit der Umgebung in Echtzeit.
Intelligente Ampeln (RSUs): Die städtische Verkehrsinfrastruktur wird aufgerüstet. An Lichtsignalanlagen installierte Empfänger kommunizieren direkt mit den herannahenden Rettungsfahrzeugen, um Ampelphasen dynamisch anzupassen und freie Fahrt zu gewähren.
Zentraler Leitstand und C-ITS-Dienste: Ein moderner Leitstand mit KI-basierten Überwachungsfunktionen koordiniert und optimiert die Einsatzfahrten. Kooperative Mobilitätsdienste sorgen dafür, dass Warnungen und Verkehrsinformationen direkt an andere Verkehrsteilnehmer übermittelt werden.
Zentrale Steuerung im Fahrzeug (AMBU-V2X): Ein intelligentes Prozessormodul im Fahrzeug bündelt alle Daten der Elektronik und der V2X-Systeme in Echtzeit, um sie effizient zu verarbeiten.
Entlastung für die Einsatzkräfte (HMI): Ein speziell entwickeltes Anzeige- und Bediensystem (Human-Machine-Interface) versorgt den Fahrer übersichtlich mit relevanten Informationen. Sprachsteuerung und Geräuschreduktion stellen sicher, dass die Bedienung auch unter extremem Stress stressfrei funktioniert und die Aufmerksamkeit auf der Straße bleibt.
Reallabor in Magdeburg: Das bestehende V2X-Testfeld in Magdeburg wird um Testampeln und Infrastruktur erweitert. Hier werden die Entwicklungen unter realen Bedingungen erprobt. Nach Projektende bleibt das Testfeld als Plattform für zukünftige Projekte, wie das autonome Fahren, erhalten.
Konkrete Anwendungsszenarien im Alltag
Vorausschauende Rettungsgassen: Ein Ambulanzfahrzeug auf dem Weg zu einem Unfall informiert den umliegenden Verkehr frühzeitig digital. Autofahrer können reagieren und rechtzeitig eine Rettungsgasse bilden.
Grüne Welle für Retter: Wenn Feuerwehr und Rettungsdienst zeitgleich eine Kreuzung ansteuern, regeln die intelligenten Ampeln die Priorisierung automatisch, um eine sichere und kollisionsfreie Passage zu garantieren.
Digitale Absicherung von Gefahrenstellen: Einsatz- oder Baustellenfahrzeuge senden einen virtuellen Sicherheitsbereich aus. Herannahende Fahrzeuge werden rechtzeitig gewarnt, um die Geschwindigkeit anzupassen oder auszuweichen.
Dynamische Verkehrsumleitung: Bei Unfällen oder Straßensperrungen im Rahmen von Einsätzen erhält der Individualverkehr automatisch optimierte Routenempfehlungen, um den betroffenen Bereich zu entlasten.

